Episodisches Lernen

Unvergesslich - Episode in Budapest

Unvergesslich - Episode in Budapest

Unser Gedächtnis unterscheidet zwischen Informationen, die wir wissen, und Erlebnisse, an welche wir uns erinnern. So gibt es ein Faktengedächtnis (semantisches oder deklaratives Gedächtnis), in dem konkreten Daten abgespeichert liegen. Gleichzeitig verfügen wir aber auch über ein episodisches Gedächtnis, den Speicher, der sich an Erlebnisse und Erfahrungen erinnert.

z.B.: Das Wissen, dass Budapest die Hauptstadt von Ungarn ist, liegt im Faktengedächtnis während die Erinnerung an die letzte Fahrt nach Budapest im episodischen Gedächtnis verweilt.

Manche Forscher argumentieren, dass wir das episodische Gedächtnis immer nützen, um Fakten abzuspeichern. Je mehr sich das Wissen dann festigt, desto stärker verblassen die episodischen Spuren. Oder können Sie sich noch erinnern, wann Sie gelernt haben, dass Budapest die Hauptstadt von Ungarn ist?

Handlungsorientiertes Lernen stützt sich auf genau diese Idee: indem wir Wissen „erleben“, lernen wir. Das Erzählen von Geschichten, das „Miterleben“, hat übrigens einen ähnlichen Effekt.

Neben reinem Wissen können auch Kompetenzen über episodisches Lernen erworben werden. Hat man zum Ziel, bestimmte (insbesondere zur Problemlösung notwendige) Kenntnisse ins Langzeitgedächtnis zu führen, kann man episodisches Lernen bewusst induzieren. Einige LehrerInnen nützen dazu u.a. die Schullandwochen, wobei über das Schuljahr verteilt, alle Entscheidungsschritte gemeinsam (autonomes, handlungsorientiertes Lernen) diskutiert, kritisiert und vollzogen werden – und der Aufenthalt selbst dann von allen TeilnehmernInnen nicht nur konsumiert wird, sondern auch gemeinsam aufbereitet wird (einkaufen, kochen, Karten besorgen, was man also zur Gestaltung des Alltags benötigt… ). Dieser Prozess hat auf die positve Entwicklung der Gruppe, sowie die Lernbereitschaft des Einzelnen eine große Nachwirkung. Dabei geht es im Hintergrund auch um das Differenzieren lernen, um die Entwicklung antizipativen Denkens und Handelns und um das Lösen von Klischees, Ilusionen und Vorurteilen, all diese Kompetenzen werden dank episodischen Lernprozessen langfristig gespeichert.

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