Das Lernen erlernen!

Mangelhaft ausgebildete neuronale Netze  führen dazu, dass man eher eindimensional, linear und undifferenziert handelt – man wird gewissermaßen zum „emotionalen Trottel“, so wie es Daniel Goleman in seinem weltberühmten Buch über die emotionale Intelligenz beschrieben hat. Warum ist das so?

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Die Grafik zeigt uns wie komplex und facettenreich ein erfolgreicher  Lernerwerb ist.  Doch welche/r LehrerIn, welche Eltern haben sich je konstruktiv mit den zahlreich angebotenen medialen Berichten (TV, Tageszeitungen, populärwissenschaftliche Journale) auseinandergesetzt?

Nun, schulisch lernen wir bspw. nahezu alles in Form von Schematas, bspw. das Lesen und Schreiben nach der Methode des Alphabetisierens und Zusammenlautens; anstelle gleich in ganzen Worten und Sätzen. Dieses rudimetäre Lernen an Schulen führt in Summe dazu, dass wir auf der Metaebene kaum ein Verständnis für die Zusammenhänge und Hintergünde unseres Daseins und des Weltgeschehens entwickeln können. Wo aber antizipative, teleologische und holistische Denkstrukturen fehlen, kommt es zu einseitigen Sichtweisen (Schwarz-Weiß Denken). Vorurteile, Illusionen und Klischees, die die Vorstufe für hierarchische Gesellschaftsstrukturen und autoritäres, bzw. gehorsames Verhalten darstellen, sind dann unweigerlich die Folge.  Es liegt also an uns diese Barriere mittels des Verstandes und der Logik zu durchbrechen.

Lernen als ganzheitlicher Prozess:

Natürliche Lernprozesse laufen über alle Sinne und über alle Aneignungs-/Erkenntnisweisen der Wirklichkeit und sind in soziale und biographische Zusammenhänge eingebunden. Als Aneignungsweisen neben der rationalen (der „wissenschaftlichen“) sind vor allem die holistisch dargestellten zu bedenken. Lernprozesse, die im Rahmen von Unterricht/Schule initiiert werden, haben diese Ganzheitlichkeit angemessen zu berücksichtigen. Sie sollen ein vernetztes Denken fördern und somit auf fächerübergreifende Zusammenhänge orientiert sein.

Lernen als kontinuierlicher, lebenslanger Prozess:

Lernen geschieht mit dem Ziel, eine zunehmende Deutungs- und Reflexions-souveränität gegenüber der „Welt“ zu erlangen und ist deshalb nicht auf die Lebensphasen Schule und Ausbildung beschränkt. Im Laufe einer Lernerbiographie wird Gelerntes, werden Fähigkeiten und Fertigkeiten gemäß den sich verändernden lebenspraktischen Erfordernissen und intellektuellen Interessen ständig umkonstruiert, umbewertet und angereichert. Dieser Prozess ist nicht zuletzt durch qualitative Lernsprünge gekennzeichnet. Die Schule hat bei der zieladäquaten, individuelle Unterschiede berücksichtigenden Ausgestaltung dieses Prozesses „Entwicklungshilfe“ dergestalt zu leisten, dass sie die biographische Anschlussfähigkeit neuer Lerninhalte an bereits Gelerntes sichert, dass sie exemplarische und nachhaltige Lernprozesse initiiert, die das selbstständige Weiterlernen befördern, und dass sie die kritische Deutungs- und Reflexionsfähigkeit der Lerner gegenüber dem Gelernten stärkt.

Lernen als interaktionaler Prozess:

Lernen in institutionalisierten Zusammenhängen ist als ein aufeinander bezogenes Lernhandeln mehrerer Partner zu verstehen: als ein Prozess zwischen Lerner(n) und Lehrer, zwischen Lernern in (mehr oder weniger autonomen) Lernergruppen oder auch zwischen Lerner(n) und Lernmitteln (z.B. Lehrwerken, Computer-Lernprogrammen). Schulisches Lernen sollte solche interaktionalen Prozesse initiieren, in der durch natürliche Lernprozesse

1. die Subjektposition des Lerners gestärkt wird,

2. seine subjektiven Stärken für die Partner nutzbringend zum Einsatz kommen,

3. seine Selbstständigkeit und Kritikfähigkeit befördert werden und

4. seine Sozialkompetenz entwickelt wird.

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