Propaganda

Wenn Populärkultur zu Propaganda wird – Die versteckte Botschaft der Unterhaltungsmedien – „wir“ und „die Anderen“

Für unser zweites YCR-E-Projekt haben wir einen Besuch der 9. und 10. Klasse der DSO im HL-Senter dokumentiert, der am 7. Oktober 2008 stattfand. Über den sogenannten „kulturellen Schulranzen“ – eine norwegische Bildungsinstitution, die kulturelle Projekte an Schulen vermittelt – haben wir die Gelegenheit bekommen, einen ganzen Schultag mit den Schülern im Holocaust-Center zu verbringen. Begleitet wurden die Klassen von der Geschichtslehrerin, Frau Cherubini und Frau Kulbe in ihrer Funktion als Kunstlehrerin.

Der Tag begann mit einem Vortrag von Harald Syse zum Thema Propaganda und insbesondere dem Bezug zur heutigen Populärkultur. Dem schlossen sich kurze Rundgänge durch die Ausstellungen im Center an – die Dauerausstellung und eine aus Deutschland kommende Wanderausstellung zu Leni Riefenstahl. Wir hatten uns vorher im Kunstunterricht im Rahmen der Einheit „Werbung“ mit der Idealiserung des Jugendbilds in der Kunstgeschichte und Werbung beschäftigt; Leni Riefenstahl passte in vieler Hinsicht gut zu diesem Thema. Im Anschluss an die Rundgänge bearbeiteten die Schüler unterschiedliche Themen in Gruppen. Die Ergebnisse wurden allen präsentiert, und wir waren beeindruckt von der Kreativität, mit der in diesem begrenzten Rahmen die Vorgaben umgesetzt wurden.

Die Arbeit und die Ergebnisse wurden mit Film und Foto dokumentiert. Interessant war der Besuch auch in sprachlicher Hinsicht – Norwegisch, Deutsch, Englisch, je nach Gruppenzusammensetzung. Da hatten wir das ganze Spektrum unserer Schule zu bieten: Norwegisch-Muttersprachler mit Deutsch als Fremdsprache, Deutsche mit Norwegisch als Fremdsprache, Polinnen mit Deutsch und Norwegisch als Fremdsprache … und immer als Rettungsanker für alle Beteiligten – Englisch.

Dem Projekttag schloss sich eine weitere Beschäftigung mit Leni Riefenstahl an, insbesondere über den Dokumentarfilm „Die Macht der Bilder“ von Ray Müller und Ausschnitte aus „Olympia“ von 1936. Im Vorfeld hatten wir uns mit dem idealisierten Jugendbild in der Kunstgeschichte und der Werbung befasst. Der Einsatz von Propaganda damals und heute für das Herstellen von Klischees von „uns“ und „den Anderen“ wurde den Schülern – und Lehrern! – bewusst gemacht. Wir sehen „Borat“ und „24 hours“ mit einem kritischeren Blick. Propaganda fand nicht nur im 3. Reich statt, sondern ist ein Thema mit aktuellem Bezug.

Das Projekt wurde in zweifacher Hinsicht im Kunstunterricht ausgewertet: in einem Test wurde eine Definition von Propaganda abgefragt, und es wurden Fragen zum Inhalt des Vortrages und zu den Ausstellungen gestellt. Durchweg alle Teilnehmer waren in der Lage, Propaganda zu definieren, und auch in den anderen Bereichen wurden die Fragen überzeugend beantwortet. Darüber hinaus bekamen die Schüler einen Fragebogen, in dem sie das Projekt in seiner Gesamtheit und in einzelnen Aspekten beurteilen sollten. Die Schüler hätten gern mehr Gelegenheit gehabt, sich mit den Ausstellungen zu beschäftigen und hätten einen kürzeren Vortrag vorgezogen. Schwierigkeiten mit dem Verstehen norwegischer Vorträge, die sonst bei Ausstellungsführungen recht unproblematisch durch „Flüsterer“ gelöst werden, lassen sich im Plenum so nicht zufriedenstellend beseitigen. Mit der Gruppenarbeit waren die meisten Schüler zufrieden, sowohl mit ihren eigenen Arbeitsergebnissen als auch denen der anderen.


>>> Didaktisches Konzept


>>> Evaluierung


>>> Neurophysiologischer Befund



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