Unterprojekte

szenen-kaposvari-120908-024Wie wollten damit auch zeigen, dass nicht alle LehrerInnen faule Säcke sind, wie es ein deutscher Bundeskanzler einmal gesagt hat.

Schließlich fehlen immer noch identitätsstiftende Ideen die anleiten, wie man die Bevölkerung für ein Europabewusstsein begeistern könnte. In diesem Sinn haben wir uns überlegt, wie man bspw. die neuesten Forschungen der Neuro- und Kognitionswissenschaften zur Erneuerung von Bildung und  zur Verbesserung  der  kulturellen Umwelten nützen könnte. Was dabei herausgekommen ist können sie auf den folgenden Seiten herausfinden.

Unser internationales Projektteam arbeitet nun zwei Jahre lang  (2008, 2009) an der Entstehung eines innovativen Webportals, bei dem der Erwerb der Fremdsprache Deutsch im Vordergrund steht, bzw. dessen Content die Heranführung an eine Konzeption des Civic Education lernens ist, die wir auch als “implizit soziales Lernen” betiteln. Sie, Ihre Schule, Bildungseinrichtung oder Medium sind eingeladen daran mitzuwirken. Jetzt schon können sie das Weblog zur Kommunikation mit uns und den weltweiten vernetzten Usern dazu verwenden…

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse haben wir mit unseren eigenen langjährigen Erfahrungen verknüpft, um daraus ein Modell zu schaffen, das bei  künftigen Interventionsbemühungen von Schule und Erwachsenenbildung als Vorbild wirken könnte.  Wir haben deshalb ein umfangreiches Bewerbungspapier verfasst und bei der Generaldirektion Bildung und Kultur der EU-Kommission eingereicht. Weil unsere Vorschläge ganz besonders kreativ und innovativ sind, hat man uns nach einem intensiven Assessmentverfahren die Finanzierung für dieses Unternehmen genehmigt.

Natürlich können wir im Internet nicht den gesamten Schul- und Bildungsalltag zeigen, denn das wäre viel zu umfangreich. Wir können aber einen Einblick in kleinere und größere Projekte geben, um zur Nachahmung anzuregen. Das auch mit dem Hintergedanken, dadurch neue Kontakte zu knüpfen und um die Verbreitung unserer Ideen voranzutreiben.

Unser Gesamtprojekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren (2008-2009). In diesem Zeitabschnitt werden wir insgesamt 16 Subprojekte produzieren, die die Förderung des Sprachenlernens, der Politischen Bildung, sowie der diversen Selbstkompetenzen der Beteiligten zum Inhalt haben. Da es für diese Art des Zusammenwirkens und des Synergiegewinns noch kein allgemein üblicher Begriff existiert, haben wir uns, um möglichst überall verstanden zu werden, Civic Education als gemeinsamen Titelbezeichnung erkoren.

Der Erwerb fremder Sprachen unter Verwendung der neusten Forschungs-ergebnisse aus der Gehirnforschung  und analog dazu, die Bekämpfung von Aggression, Mobbing, Intrigen, Rassismus (sog. Alltagsfaschismen) und andere Sozialphobien gehören zu den eigentlichen Zielen unserer Projektarbeit. Es geht uns dabei aber auch um die Bemühung einer Neudemokratisierung, die sich rund um die Zukunftsfragen nach  einem “Sozialen Europa” und dem Erreichen der Lissabon-Ziele hin erstrecken. Die Umsetzung geschieht weitgehend mit Hilfe des non-linearen, handlungsorientierten und sozialen Lernens. Es handelt sich in dieser Zusammensetzung also um eine völlig neue Art des Lehrens und Lernens. Anhand von Beispielen für projektorientierten Unterricht und Freizeit zeigen wir, wie in eine Gesellschaft erfolgreich interveniert werden könnte, für die Toleranz, Nachhaltigkeit, Entschleunigung und Verteilungsgerechtigkeit immer wichtiger wird.

Im Zentrum unserer Projektarbeit stehen deshalb, ergänzend zum Fremdsprachenerwerb, das „Dejump1mokratie lernen“, aber auch das „Lernen lernen“. Diese Bereiche wurden und werden leider in den Schulsystemen fast aller europäischer Länder vernachlässigt. Kaum jemand verlässt die Schule ausgestattet mit nachhaltigen Kompetenzen. Meist eignet sich das mühevoll Erlernte nicht für die Anwendung im Alltag. Warum das so ist, hat u.a. auch mit einer heute nicht mehr zeitgemäßen Vorstellung von dem zu tun, was Lehren und Lernen eigentlich bedeuten. Denn unter Lernen verstehen die meisten Menschen immer noch den reinen Wissenserwerb in Form des mechanischen Memorierens von Zahlen und Fakten, besser bekannt als Auswendiglernen. Lernen, um dadurch kompetent zu werden, wie es spätestens durch die moderne Gehirn- und Kognitionsforschung deutlich wurde, ist aber weit umfassender, denn es bedeutet das Knüpfen von neuronalen Netzen. Das heißt: ein Lerner muss verstehen, was er lernt und fähig sein, das Gelernte mit dem zu verknüpfen, was er schon kann oder weiß. Dadurch entstehen im Gehirn feste Verbindungen und erst diese ermöglichen es, dass ein Mensch Wissen und Können jederzeit abrufen und neue Informationen schnell in das bestehende Netz einbauen kann. Das versteht man – sehr kurz gefasst – unter dem Begriff  „Kompetenz“.

Um den Problemen unserer Zeit gewachsen zu sein, bedarf es mehr denn je der Fähigkeit des Denkens und Handelns in großen Zusammenhängen. Man weiß heute durch die bildgebenden Verfahren und molekularbiologische Erkenntnisse, dass alles Lernen im Gehirn nach ähnlichen Mechanismen abläuft. Dabei ist es egal, ob man Rechnen lernt, eine Sprache, oder gar ethisches Verhalten.

In beiden Fällen geht es darum, bestehende Verbindungen zu festigen bzw. neue Verknüpfungen zu bilden. Ethisches Verständnis und soziale Kompetenzen lassen sich nicht „auswendig lernen“. Um nachhaltige Änderungen und Anpassungen in Verhalten und Lebenseinstellungen zu ermöglichen, müssen diese Lerninhalte in die Erfahrungs- und Erlebniswelt der Jugendlichen eingebettet werden.

Als Eltern, Lehrer, Erzieher, Politiker und Medienleute müssen wir uns insbesondere die kritische Frage stellen: Was können und müssen wir tun, damit sich neue Generationen weit weniger als bisher zu willigen Mitläufern entwickeln?

Unser Young Civic Radio – Europe Projekt will sich in diesem Sinn der Erneuerung und Verbesserung des Lehrens und des Lernens aufgrund der Erkenntnisse der Gehirnforschung annehmen und neue Wege aufzeigen, durch die nachhaltiges, zu Kompetenzen führendes Lernen ermöglicht wird.


Unser Hauptthema 2008:

„Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs“

Nahezu überall in EUROPA diskutiert man Fragen der Ethik und des gesellschaftlichen Miteinanders. Leider meist nur auf sehr oberflächlichem, im Grunde rein materialistischem und utilitaristischem Niveau.  Man vermittelt zwar fremde Religionen, Musik, Bräuche, Speisen, usw…, obwohl eigentlich bekannt sein müsste, dass das allein keine Gesinnungsveränderung bei xenophoben Menschen auszulösen vermag. Vorurteile, Klischees und Illusionen werden nämlich in eher alten Gehirnteilen (Zwischenhirn) generiert und deshalb können sie mit dem Willen (der im weit jüngeren Großhirn angesiedelt ist) nur marginal gesteuert werden. Solche Forschungsergebnisse sind leider weitgehend unbekannt – es werden deshalb kaum echte Lösungsmodelle angeboten, die sich auch in der Praxis bewähren. Wesentlicher Grund dafür ist die zumeist reduktionistische Herangehensweise der ExpertInnen, die der Natur des Menschen zu wenig gerecht wird. Es gibt zwar zahlreiche Projekte, die jedoch meist völlig ins Leere gehen und Rechtsextremismus, Rassismus und Xenophobie nahezu ungehindert nur noch weiter anwachsen lassen. Der unser menschliches Wesen dominierende epigenetische Effekt ist fast allen Beteiligten unbekannt. Unsere Unterprojekte wollen sich insbesondere dieser Problematik widmen und aufzeigen, wie alles miteinander zusammenhängt und in welcher Form Interventionen in die Gesellschaft erfolgreich sein können.

Es ist auf den ersten Blick vielleicht schwer zu verstehen, manch einer mag sogar schockiert sein darüber, wie die Wechselwirkungen zwischen Fremdsprachenerwerb, ethischer, allgemeiner und politischer Bildung zustande kommen. Nun, man muss davon ausgehen, dass es dem frühkindlichen Gehirn – denn die Bewusstseinsbildung beginnt zu diesem Zeitpunkt- an sich egal ist, was es lernt. Alles was auf das Gehirn einströmt, wird erfasst und gespeichert. Sind diese Impulse einseitig, einfältiger Natur, reduktionistisch und eindimensional, braucht es nicht zu wundern, dass der spätere Erwachsene ähnliche Lebensmodelle bevorzugt. Grundsätzlich gilt es also Vielfalt zu vermitteln und zu erleben. Keine Angst, das jugendliche Gehirn kann man gar nicht überfordern. Man muss jedoch die „Tricks“ kennen, die Kognitionswissenschaft, Humanethologie, Verhaltensbiologie und Psychologie für uns bereit halten.


Unser Hauptthema 2009:

„Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation“

eyci-color_de_zweizeiligUnser Projekt durchlief schwierige Bewerbungsmodalitäten. Dazu gehörte auch ein wissenschaftliches Assessment, wobei über die Inhalte, aber auch über den Grad an Kreativität und Innovation von YCR-E befunden wurde. Insbesondere deshalb wurde unser Projekt von der EU als förderungswürdig eingestuft.  Wir entsprechen damit den Kriterien des Europäischen Jahres 2009 in ganz besonderer Weise. Noch nie hat jemand vor uns ein ähnliches Projekt durchgeführt, noch nie hat jemand die Bereiche: Sprachen lernen, IT Kompetenz, Politische Bildung und gehirngerechtes und soziales Lernen miteinander in Beziehung gebracht und angewendet.


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