Die Ausstellung „Alle verwandt, alle verschieden“

Die Ausstellung:

Alle verwandt, alle verschieden

bildet die gemeinsame Grundlage der ersten Unterprojekte 2008

Antirassistische Ausstellung

Diese spannende Ausstellung, die der Besiedelung des Planeten durch den Menschen nachspürt, liefert ein besonders geeignetes Beispiel für die Vorzüge des non-lineare Lernens.  Bereits eine kurze Beschäftigung damit macht deutlich, was für ein Unsinn Rassismus  und Fremdenfeindlichkeit  in Wahrheit sind. So erfahren wir bspw. wie die Verwandschaft aller heute lebender Menschen heute noch mittels wissenschaftlicher Methoden (DNA/DNS) nachverfolgbar ist. Weltweit haben rund 2 Millionen Menschen diese Ausstellung besucht, deren Kernaussage lautet, dass heute überhaupt keine menschlichen Rassen mehr existieren. „Alle verwandt, alle verschieden“ wurde von uns wegen grundlegender neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse als Impulsgeber für die Unterprojekte im  Jahr 2008 gewählt – denn sie schließt damit ideal den Bogen hin zum „Europäischen Jahr des interkulturellen Dialoges 2008“.

Alle verwandt – alle verschieden, deren Kurator die European Civic Education Foundation ist, liefert ein besonders geeignetes Beispiel für die Vorzüge des non-lineare Lernens. Bereits eine kurze Beschäftigung damit macht klar, was für ein Unsinn Rassismus  und Fremdenfeindlichkeit eigentlich sind. Deshalb wurde die Ausstellung als Impulsgeber für die ersten Unterprojekte gewählt – sie schließt ideal den Bogen hin zum „Europäischen Jahr des interkulturellen Dialoges 2008“.

Die Ausstellung existiert in Deutscher und Ungarischer Sprache.  Weit über 100.000 Besucher zählte  man im Volkskundemuseum von Budapest (Neprajzi) und im Naturhistorischen Museum von Wien.  Tausende sahen die Ausstellung an den ungarischen Universitäten und Hochschulen von Pecs, Nyregyhaza, Szombathely, Szeged und Piliscsaba.

SchülerInnen der Europaschule in Budapest haben dazu eine museumspädagogische Anleitung (für die Mittel- und Oberstufe) in beiden Sprachen produziert, die man kostenlos downloaden kann. Alle verwandt – alle verschieden“ eignet sich hervorragend  für das autonome, handlungsorientierte, offene und soziale Lernen und ist wegen ihrer Bilingualität (deutsch/ungarisch) insbesondere auch für den impliziten Fremdsprachenerwerb fortgeschrittener LernerInnen (B2/C1) wertvoll.

Unsere Unterprojekte 2008 entsprechen insbesondere dem, von der EU Kommission ausgerufenen „Jahr des interkulturellen Dialogs“. Dieser Dialog kann schließlich nur dann erfolgreich sein, wenn er auf gleicher Augenhöhe und insbesondere auf derselben Bewusstseinsebene geführt wird. Das von uns kreierte, kurz: gehirngerechtes & soziales Lernen genannte Konzept berücksichtigt und fördert diese Grundvoraussetzung. Denn dazu gehören nicht, wie man oft oberflächlich meint, nur das Wissen um die Religionen und die Bräuche der ANDEREN, sondern vielmehr die Erkenntisse und Einsichten über gegenseitige Vorurteile, Klischees und Illusionen. Das ist auch der wesentliche Grund, warum wir diese Ausstellung mit ihrer antirassistischen Intention dazu herangezogen haben. Sie dient als Grundlage für die erste Staffel der kreativen Unterprojekte, die von arthefact Nürnberg, der Österreichisch – Ungarischen Europaschule Budapest, der Deutschen Schule Oslo und dem Soros Educational Center Foundation in Miercurea Ciuc durchgeführt werden.

Die vom Pariser Musée de l’Homme konzipierte und inzwischen in mehreren europäischen Städten von mehr als vier Millionen Menschen besuchte Ausstellung „Alle verwandt – alle verschieden“ präsentiert die Evolutionsgeschichte der Menschheit von deren Anfängen in den afrikanischen Savannen bis in die Gegenwart. Man kann damit eine Fremdsprache, Geschichte, Geographie und/oder Biologie lernen und erfährt einfach nebenher wie unsinnig und unberechtigt Rassismus eigentlich ist, weil wir doch alle von derselben afrikanischen Ur-Mutter abstammen.

Schließlich hat die Genforschung eindeutig nachgewiesen, dass es überhaupt keine Rassen gibt. Das könnte man sogar heute noch selber feststellen, wenn man sich die Mühe machte und auf den Spuren der „Out of Africa“ Menschen die Welt umrundet. Man würde nämlich feststellen, dass es keine sprunghaften Veränderungen (bei Hautfarbe, Habitus etc.) gibt, sondern, dass diese Veränderungen fließend verlaufen.

Diese Ausstellung mit ihrer antirassistischen Intension dient nun als Grundlage für die erste Reihe der kreativen Unterprojekte, die von Arthefact Nürnberg, Österreichisch Ungarische Europaschule Budapest, Deutsche Schule Oslo und Soros Educational Center Foundation Miercurea Ciuc durchgeführt werden. SchülerInnen der Europaschule haben dazu eigenständig ein museumspädagogisches Programm entwickelt.

Diese zweisprachige Ausstellung (deut./ung.) kann auch ausgeliehen werden.


Museumspädagogischer Fragenkatalog


Didaktische Anweisungen


Evaluierungen der Beteiligten


Neurophysiologischer/Neurodidaktischer Befund



Grundlage für diese Ausstellung bilden die moderne Genforschung und die “Out of Africa” Theorie. Beide besagen, dass der Homo Sapiens – also unsere Vorfahren – vor rund 100.000 Jahren aus Afrika auswanderten, um sukzessive den gesamten Erdball zu bevölkern.

Im Zuge dieser Wanderschaft rund um den Globus, veränderten sich über tausende Generationen hinweg unsere Körper und unsere Kulturen. Dieser gefahrvolle Vorgang der Anpassung an eine jeweils andere Umgebung, nennt sich in der Wissenschaft: Epigenese. Dadurch enstanden alle anderen andere Menschentypen, andere Sprachen, Mentalitäten und Kulturen die wir heute kennen.
Würden wir heute auf den Spuren dieser frühen Mensch den Globus erwandern, könnten wir immer noch leicht selber feststellen, dass es keine Rassen gibt, sondern, dass die Übergänge bei Hautfarbe, Körperhaltung, Sprache und Kultur, nicht sprunghaft (weil Rasse) sondern vielmehr fließend sind. Wer heute noch von Menschenrassen spricht macht sich deshalb als halbgebildet lächerlich.

Die Nichtexistenz von Rassen kann nämlich durch die moderne Genforschung eindrucksvoll bewiesen werden. Den genetischen Unterschied der Menschen und Völker, kann man durch den Allelewert bestimmen. Denn dieser Wert hat innerhalb der schwarzen, weißen, roten Menschen mitunter einen größeren Abstand, als zu den so genannt “andersfarbigen” Menschen. Somit wird klar, dass die Bezeichnung Rasse eigentlich nur dazu dient, den anderen als minderwertig und sich selbt als ein quasi höheres Wesen darzustellen.

Tafel 1: Alle verwandt, alle verschieden

Tafel1 Eine einzige Art und mehr als 5,8 Milliarden verschiedene Männer und Frauen.

Alle 5,8 Milliarden Menschen, die heute die Erde bevölkern, sind voneinander sehr verschieden. Trotz vieler Unterschiede gibt es zwischen ihnen keine biologische Schranken. Alle Männer und Frauen dieser Welt können miteinander Kinder haben und ihre Kinder könnten ihrerseits wieder Kinder haben und ihreKinder könnten ihrerseits wieder Kinder haben: wir gehören alle zu derselben biologischen Gemeinschaft, der Spezies Homo sapiens. Diese Alle 5,8 Milliarden Menschen, die heute die Erde bevölkern, sind voneinander sehr verschieden. Trotz vieler Unterschiede gibt es zwischen ihnen keine biologische Schranken. Alle Männer und Frauen dieser Welt können miteinander Kinder haben und ihre Kinder könnten ihrerseits wieder Kinder haben und ihre Kinder könnten ihrerseits wieder Kinder haben: wir gehören alle zu derselben biologischen Gemeinschaft, der Spezies Homo sapiens. Diese Ausstellung zeigt einige Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung über die Vielfalt und Einheit unserer menschlichen Art. Entdecken Sie, warum und wie wir gleichzeitig miteinander alle verwandt und alle verschieden sind.

Tafel 2: Machen Sie sich frei

Tafel2 In dieser Ausstellung lassen wir die Kultur beiseite.

Im Laufe von 100.000 Jahren unserer Geschichte haben sich unsere Vorfahren äußerlich in verschieden Richtungen entwickelt. und verschiedene Kulturen sind entstanden. Wir besitzen heute eine außergewöhnlich große Vielfalt an Kleidern, Frisuren, Sprachen, Religionen, Ideologien, Gesellschaftsordnungen und technischen Erfindungen. Einige dieser Unterschiede können zwischen den Menschen echte Kulturschranken verursachen. Unsere kulturellen Eigenheiten sind bei der Geburt noch nicht festgelegt. Im Laufe unseres Lebens nehmen wir sie an und machen sie uns zu eigen. Sie werden durch Erziehung und Schule von Generation zu Generation weitergegeben. Deshalb kann sich jeder einzelne Mensch von Geburt an jeder Kultur anpassen. Unsere köperliche Vielfalt ist beachtlich. Im Gegensatz zu unseren kulturellen Eigenschaften erhalten wir unsere körperlichen wie psychischen Merkmale (neuester Forschung zufolge) von unseren Eltern bei der Zeugung. In dieser Ausstellung interessieren wir uns für die genetische oder „biologische” Vielfalt. Wir besprechen nur den menschlichen Körper und seine Bestandteile. Wir lassen unsere Kultur beiseite!

Tafel 3: Die sichtbare Vielfalt

Tafel3 Von allen biologischen Arten gehört unsere Spezies zu jenen, die sehr viele Unterschiede in Körperform und Hautfarbe zeigen.

Einige unserer sichtbaren Körperunterschiede sind kaum wahrnehmbar andere, wie etwa die Gestalt, die Farbe der Haut und die Form des Gesichtes von einerMenschengruppe zur anderen stark variieren Durch die Untersuchungen der Vielfalt der körperlichen Unterschiede von Bevölkerungsgruppen aller Kontinente ergeben sich folgende Fragen: Woher kommt diese Vielfalt ? Wie verändern sich Körpermerkmale von einer Population zur anderen, von einem Kontinent zum anderen ? Ist es möglich, „Rassen” innerhalb dieser Vielfalt zu unterscheiden?

Tafel 4: Die Körpergröße

Tafel2 Die Körpergröße der Menschen steht im Zusammenhang mit dem bewohnten Lebensraum.

Studien der Körpergröße zeigen, daß es auf allen fünf Kontinenten „Große”, „Mittlere” und „Kleine” gibt. Diese Aufteilung ist das Ergebnis einer Anpassungunserer Vorfahren an unterschiedliche Umweltbedingungen in der vorgeschichtlichen Zeit. Die höchsten Durchschnittsgrößen finden wir besonders in gemäßigt-kalten Zonen oder in den heißen Wüsten, die niedrigsten in der Arktis, in den Hochgebirgen und in den äquatorialen Regenwäldern. Mittlere Durchschnittsgrößen in den Prärien und Savannen. Kleine Menschen findet man in den tropischen Regenwäldern und im polaren Einflußgebiet. Große Menschen findet man in gemäßigt kalten Klimazonen und in heißen Wüsten.

Tafel 5: Die Farbe der Haut

Tafel5 Die Hautfarbe einer menschlichen Population steht in Zusammenhang mit der geografischen Breite, aus der sie stammt: je näher am Äquator, desto dunkler ist die Farbe.

Die Färbung unserer Haut beruht auf einer einzigen braunen Substanz, dem „Melanin“, welches die Haut gegen die UV-Strahlung der Sonne schützt. Die mehr oder weniger dunkle Hautfarbe eines Menschen wird durch die vorhandene Menge dieses Melanins in den untersten Schichten der Epidermis bestimmt. Das Blut kann durch die Transparenz der Haut eine rosafarbene oder bläuliche Tönung hinzufügen. Wie eine weltweite Verteilung der durchschnittlichen Hautfarben zeigt, kommen dunkelhäutige Populationen auf allen Kontinenten in den Gebieten zwischen den Wendekreisen vor. Die hellhäutige Bevölkerung stammt aus den gemäßigt-kalten Regionen. Anpassungen an die Umwelt haben unabhängig voneinander in den verschiedenen geografischen Regionen stattgefunden. Sie bedingen im Laufe der Vorgeschichte die Verteilung dieses Merkmals.

Es gibt hellere und dunklere Menschen.

In jeder menschlichen Population ist eine große Vielfalt an Hautfärbungen möglich. Die Abstufungen der Hautfarbe von 4 Populationen ergeben eine Skala von schwarz bis weiß. Es gibt keine Kategorien von Hautfarben, sondern einen fließenden Übergang von sehr dunklen Individuen in dunkelhäutigen Populationen zu sehr hellhäutigen Individuen in Populationen mit heller Haut. 20.000 Jahr haben manchmal genügt um das Äußere von Populationen zu verändern.

Tafel 6: Wahrnehmung der Vielfalt

Tafel6 Die körperliche Vielfalt ist grenzenlos.

Die auffälligsten Unterschiede wichtiger Gegensätze zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen haben zur Folge, dass wir deren Vielfalt leicht unterschätzen.
So glaubt ein Europäer, daß alle Chinesen oder Afrikaner gleich aussehen. Ein Chinese oder ein Afrikaner hat von den Europäern den gleichen Eindruck. Dieses Verhalten zeigt deutlich, dass wie ein unzureichendes Bild von der menschlichen Vielfalt haben. Das kommt daher, dass wir es nicht gewöhnt sind, Menschen die sich von uns äußerlich wesentlich zu unterscheiden, erkennen zu müssen. Tatsache ist, dass sich die Gesichter überall voneinander deutlich unterscheiden.

Wenn es nicht so wäre, wie könnte es dann möglich sein, eine bekannte Person aus einer Menge Unbekannter zu erkennen? In dieser Galerie sind Portraits von vier bekannten Persönlichkeiten. Finden Sie diese!

Tafel 7: Immer die gleichen Bestandteile

Tafel7 Bis auf geringfügige Unterschiede ist jeder Mensch aus den gleichen Bestandteilen zusammengesetzt.

Unser vielfältiges Erscheinungsbild darf uns nicht vergessen lassen, daß wir alle in derselben Art undWeise aus den gleichen Elementen aufgebaut sind. Unsere Organe variieren in Größe und Form, aber diese kleinen Unterschiede ändern nichts an ihrer Funktion. Nur die Geschlechtsorgne von Männern und Frauen unterscheiden sich wesentlich.

Tafel 8: Die unsichtbare Vielfalt

Tafel8 Die Menschen unterscheiden sich nicht nur im Äußeren, sondern auch in unsichtbaren Merkmalen.

Obwohl Blut immer gleich aussieht, wissen wir, daß es gewisse Regeln eingehalten werden müssen, um eine Bluttransfusion durchführen zu können. Bluttransfusionen sind nur möglich, wenn die Blutgruppen des Spenders und des Empfängers verträglich sind. Die Menschen unterscheiden sich daher nicht nur im Äußeren, sondern auch in unsichtbaren Merkmalen. Heute weiß man, daß es 4 Blutgruppen gibt: Die Gruppen A, B, AB und 0. Damit eine Bluttransfusion zwischen zwei Personen möglich ist, muß die Blutgruppe des Spenders mit der des Empfängers verträglich sein.. Das Blut des Maghrebiners, eines Roma oder einer Singalesin kann das Leben eines Vietnamesen, eines Ungarn oder einer Österreicherin retten, vorausgesetzt, daß ihre Blutgruppen verträglich sind. Ihre Herkunft oder ihre äußeren Merkmale spielen dabei gar keine Rolle.

Tafel 9: Die Grundlagen der Unterschiede

Tafel9

Unsere biologische Vielfalt ist genetisch bestimmt.

Die äußere Erscheinung und die unsichtbaren Merkmale jedes Menschen werden von der genetischen Ausstattung, die er von seinen Eltern geerbt hat, bestimmt. Während man die Gene, welche Hautfarbe, Größe oder Gesichtsform bestimmen, mittlerweilen teilweise kennt, weiß man über die Gene, welche die Blutgruppe und den Rhesusfaktor bestimmen, gut Bescheid.

Was ist ein Gen ?

Ein menschlicher Körper besteht aus ca. 60 000 000 000 000 (60 Milliarden) Zellen.

Jede Zelle enthält zumindest einen Kern.

Jeder Kern enthält die genetische Ausstattung von 46 „Chromosomen“.

Ein Chromosom ist ein aus einer chemischen Substanz, der sogenannten DNS (Desoxyribonuleinsäure), zusammengesetzter Faden.

Ein Gen ist ein Bruchstück der DNS, welches die notwendigen Informationen zur Festlegung eines Merkmales beinhaltet

Jeder Mensch besitzt in seinen Zellen 46 Chromosome. Wir bekommen von unserer Mutter und unserem Vater je 23 Chromosomen; das sind dann 23 Chromosomenpaare. Diese doppelte Herkunft der Chromosomen erklärt, warum man immer 2 Exemplare eines Gens besitzt (mit Ausnahme von einigen Genen, die von den Sexualchromosomen getragen werden). Die Gene, die Blutgruppe, Rhesusfaktor und HLA-Gruppe einer Person bestimmen, befinden sich auf den Chromosomenpaaren 9,1, und 6.

Tafel 10: Genetische Varianten

Tafel10

Es gibt tausende verschiedene genetische Merkmale.

Die Kombinationen dieser Vielfalt ist der Ursprung der genetischen Vielfalt. Die Erforschung unseres genetischen Erbes hat gezeigt, daß wir alle die gleichen Gene haben. Von einer Person zur anderen kann die chemische Zusammensetzung dieser Gene variieren. Diese Variation macht aus uns völlig unterschiedliche Individuen. Jedes Gen hat eine unterschiedliche Anzahl von Ausprägungen (Varianten). Da jeder von uns 2 Exemplare von jedem Gen besitzt, ist eine Vielzahl von paarweisen Kombinationen möglich.

Tafel 11: Menschen sterben, Gene überleben

Tafel11 Von einer Generation zur anderen weitergegeben, zeigen die Gene unsere verwandtschaftlichen Beziehungen.

Wir erben unsere Gene von unseren Eltern, die sie von unseren Großeltern bekommen haben. Unsere Großeltern haben ihrerseits ihre Gene von unseren Urgroßeltern bekommen. So wird unsere Erbsubstanz seit Urzeiten von einer Generation zur anderen nach den Gesetzmäßigkeiten der Genetik weitergegeben. Daher sind die Gene Zeugen unserer verwandtschaftlichen Beziehungen.

Tafel 12: Dieselben Gene = dieselben Vorfahren

Tafel12Eine weltweite Studie der genetischen Vielfalt zeigt, daß alle menschlichen Populationen ungefähr dieselben genetischen Varianten besitzen: wir haben alle dieselben Vorfahren!

Die gemeinsamen Vorfahren Die 18 Populationen, die hier erforscht wurden, besitzen ungefähr die gleichen genetischen Varianten von Blutgruppen, Rhesus undHLA-A-Faktoren, aber in unterschiedlichen Verhältnissen. Diese Feststellung bezieht sich auf alle genetischen Merkmale. Gene werden von einer Generation zur anderen weitergegeben und dieselben Gene kommen in Populationen vor, die voneineander weit entfernt sind. Daraus kann man schließen, daß alle heutigen Menschen gemeinsame Vorfahren haben.

Tafel 13: Genetische Vielfalt und Wanderungen

Tafel13 Die genetische Vielfalt der menschlichen Populationen von heute läßt die Wege erkennen, die unsere Vorfahren während der Besiedlung der Welt gegangen sind.

Alle menschlichen Populationen besitzen ungefähr dieselben genetischen Varianten, aber in Verhältnissen, die von einer Population zur anderen variieren.Erforscht man diese Unterscheide zwischen zwei Populationen, erhält man eini maß für ihre genetische Ähnlichkeit: je geringer die Unterschiede sind, um so größer sind die genetischen Ähnlichkeiten. Dieses „Gen-Netz” erhielt man, indem man 19 Populationen aus 5 Kontinenten verglich. Ihre genetischen Ähnlichkeiten werden durch Verbindungslinien anschaulich gemacht: je kürzer eine Linie ist, desto näher – genetisch gesehen – einander zwei Populationen. Das Netz zeigt, daß sich die genetische Vielfalt von einer Population zur anderen fortschreitend ändert. Dies steht oft in Zusammenhang mit den geografischen Bedingungen eines Kontinents. Die genetische Vielfalt ergibt sich aus den Wanderungen unserer Vorfahren. Die Einteilung in Rassen ist willkürlich

Diese Darstellung aus einem Werk des 19. Jahrhunderts (aus „Natürliche Schöpfungsgeschichte”, Haeckel 1874) zeigt, daß das heutige Verständnis der menschlichen Vielfalt sich grundlegend von der damaligen Klassifizierung nach Rassen unterscheidet. Die Klassifizierung war nicht nur willkürlich und voll von Vorurteilen (warum hat man die Deutschen an die Spitze dieser Klassifizierung und die Afrikaner an das untere Ende, in die Nähe der „Urmenschen“ und „Menschenaffen“, gestellt?) sie wollte uns auch die Hierarchie zwischen den Populationen weismachen. Im Gegensatz dazu zeigt das genetische Netz, daß es keine Grenzen zwischen den Populationen gibt. Die Populationen sind nur im Zusammenahng mit ihrer geografischen Verbreitung voneinander abgrenzbar.

Das genetische Netz

Die Zahlen neben den Verbindungslinien des Netzes drücken die genetische Ähnlichkeit von zwei Populationen in Prozenten aus. Diese Prozentsätze ergaben sich durch den Vergleich der Verhältnisse der genetischen Varianten von Rhesus, HLA- und GM- Merkmalen (GM ist ein anderes genetisches Merklmal, das zum Abwehrsystem des Organismus gehört) von 19 Polpulationen.

Tafel 14: „Menschen wie wir“, seit 100 000 Jahren

Tafel14 Die Geschichte unserer Art beginnt vor „nur“ 100 000 Jahren mit dem Auftreten der ersten „Modernen menschen“, des Homo sapiens sapiens.

Die ältesten „Menschen wie wir“ wurden im Nahen Osten und in Afrika gefunden. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß in dieser Weltregion unsere erstendirekten Vorfahren gelebt haben. Die Datierungen dieser ersten „Menschen wie wir“ haben ergeben, daß sie vor ungefähr 100 000 Jahren galebt haben. Unsere Art ist daher, vergleichen mit der Dauer der menschlichen Evolution, sehr jung. Diese hat vor 3 Millionen Jahren mit Homo habilis begonnen, dem ersten Wesen, das mit Sicherheit Werkzeuge hergestelt hat.

Tafel 15: Die Besiedlung der Welt

Tafel15 Paläontologie und Genetik ermöglichen es uns nachzuvollziehen, wie die modernen Menschen die Erde schrittweise bevölkert haben.

Die Abfolge der Abbildungen veranschaulicht in vereinfachter Weise die Besiedelung der Erde durch Homo sapiens sapiens nach dem heutigen Stand der Wissenschaft.
Wir sind alle Immigranten!

Die Besiedlung des Planeten durch unsere Vorfahren erfolgte schrittweise von einer Region zwischen dem Nahen Osten und Nord- und Ostafrika ausgehend. Daher sind wir alle Nachkommen von Immigranten.

Tafel 16: Die Illusion von Rassen

Tafel16 Die Vielfalt der Menschen ist so groß und so verwirrend, daß es unmöglich ist, mehr als 5,5 Milliarden von Individuen überhaupt in Rassen einzuteilen.

Einige körperlichen Merkmale vermitteln den Eindruck, daß es möglich sei, uns in Rassen zuunterteilen. Wenn man aber die Unterschiede genauer erforscht, kommt man keineswegs zu diesem Ergebnis. Diese körperlichen Merkmale verändern sich kontiniuierlich von einem Ende zum anderen der Kontinente. Grenzen innerhalb dieser Vielfalt zusetzten ist in Wirklichkeit unendlich viel komplizierter als wie uns vorstellen. Die Rassen-Klassifizierungen bringen deshalb keine schlüssigen Ergebnisse und die „Rassen“ haben daher nichts Wissenschaftliches an sich. Die Genetik lehrt uns, daß es unmöglich ist, äußere
Ähnlichkeiten zu bestätigen. Wie das Netz (Tafel 13) zeigt, sind die Populationen Afrikas und Melanesiens einander äußerlich sehr ähnlich, genetisch sehr weit voneinander entfernt. Im Gegensatz dazu stehen sich die Populationen Melanesiens und Asiens genetisch sehr nahe, unterscheiden sich aber äußerlich stark.

Tafel 17: ALLE VERWANDT…

Tafel17

Wir haben alle Teile derselben Vorfahren in uns.

Durch die Erforschung unserer Gene wissen wir, daß wir alle die gleichen Vorfahren haben. Da sich die Erinnerung an unsere Vorfahren auf einige Generationen beschränkt, fällt es uns schwer, zu glauben, daß wir alle mehr oder weniger verwandt sind. Stellen wir die theoretische Anzahl unserer Vorfahren und die Anzahl der menschen die tatsächlich existiert haben, gegenüber, so erkennen wir, daß wir alle zwangsläufig verwandt sind.

Tafel 18: …ALLE VERSCHIEDEN

Tafel18 Man schätzt, daß bisher insgesamt 80 Milliarden Menschen auf der Erde gelebt haben. Mit Ausnahme von eineiigen Zwillingen haben niemals zwei von ihnen das selbe genetische Erbe, jeder ist einzigartig.

Bei jeder Generation übergeben die Eltern an ihre Kinder eine neue Kombination ihrer Genvarianten. Durch diese „Genetische Mischung“ kann man theoretisch Menschen mit allen möglichen Kombinationen von Genmerkmalen beobachten. Wenn man diese Überlegungen nur auf die genetischen Varianten der Blutgruppen, der Rhesusfaktoren und der HLA-Gruppen anwendet, ergeben sich bereits: 1.291.178.228.421.950.000 verschiedene Individuen ! Wendet man die gleichen Überlegungen auf alle variablen Merkmale des menschlichen genetischen Erbes an, so erkennt man, daß die Anzahl von möglichen unterschiedlichen Individuen viel größer ist, als die Anzahl der Atome im Universum.

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Eine Antwort

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